Informationen für Adoptionsbewerber
Die Adoption ist für Kinder bestimmt, deren leibliche Eltern nicht
oder nicht mehr für sie sorgen können. Die Kinder sind bezogen
auf ihr Alter, ihre Herkunft und ihre Persönlichkeit sehr unterschiedlich,
sie haben eine individuelle Geschichte und manchmal in ihrem Leben auch
schon viel erlebt, das verarbeitet werden muss. Manchmal sind es Kinder,
die nicht mehr im Kleinkindalter sind und die die Geborgenheit einer Familie
nicht erlebt haben. Für Adoptiveltern bedeutet das, dass sich mit
der Geschichte des Kindes und ihrer Bedeutung für seine Persönlichkeitsentwicklung
auseinandersetzen müssen.
Ziel unserer Arbeit als Vermittlungsstelle ist es, sehr individuell für
alle Kinder liebevolle Eltern zu suchen.
Um herauszufinden, für welche Kinder Sie Eltern sein können,
nehmen wir uns Zeit für intensive Beratungsgespräche. Wir möchten
wir herausfinden, wo Ihre besonderen Stärken liegen. Es finden mehrere
Gespräche und auch Hausbesuche statt, in denen sehr persönliche
Themen besprochen werden. Sie müssen sich darauf einlassen, Fragebögen
auszufüllen und eine Lebensbeschreibung zu erstellen. Auch eine amtsärztliche
Untersuchung ist erforderlich.
Zur rechtlichen Situation:
- Sie können als Ehepaar gemeinschaftlich ein Kind adoptieren.
Ein Ehepartner muss mindestens 25, der andere mindestens 21 Jahre alt
sein.
- Für Lebensgemeinschaften unverheirateter Paare besteht nach
unserem Gesetz keine Möglichkeit, ein Kind gemeinschaftlich zu
adoptieren. Hier kann nur jeweils ein Partner das Kind adoptieren.
Die Grundlage unserer Arbeit bildet das Bürgerliche Gesetzbuch (§§
1741 bis 1766 BGB), das Adoptionsvermittlungsgesetz, die Haager Adoptionskonvention
sowie die Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter
von 1994.
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Worüber Sie als Adoptionsbewerberin und Adoptionsbewerber nachdenken
sollten:
Zu erfahren, kein leibliches Kind bekommen zu können, ist für
viele Paare eine schmerzliche Nachricht, die Pläne und Lebensentwürfe
über den Haufen wirft. In dieser Situation ist es verständlich,
dass viele Paare an eine Adoption denken. Doch Sie sollten sich Zeit dafür
nehmen, miteinander aber auch mit Verwandten und Freunden zu sprechen,
was es für bedeutet, kein leibliches Kind bekommen zu können
und auch, ob ein Leben ohne Kinder für sie eine Alternative sein
kann.
Die Erfahrung zeigt, dass Paare eine Adoption noch nicht ins Auge fassen
sollten, wenn sie ihre Enttäuschung, kein leibliches Kind zu bekommen,
noch nicht überwunden haben.
Auch wenn Eltern ein Kind durch Tod verloren haben, liegt bei manchen
der Gedanke nahe, ein Adoptivkind aufzunehmen. Doch oft wird dieser Wunsch
zu früh ausgesprochen. Wer ein Kind verloren hat, braucht genügend
Zeit, um den Schmerz und die Trauer zuzulassen und zu überwinden.
Jedes Kind ist eine individuelle Persönlichkeit. Kein Kind kann ein
anderes ersetzen.
Viele Bewerber denken, dass es für das Adoptivkind von Vorteil ist,
wenn sie bereits eigene Kinder haben, da sie dann bereits praktische
Erfahrungen mit Kindern besitzen. Im Umgang mit Kindern ist es sicherlich
positiv, Erfahrungen zu haben, doch man muss auch bedenken, dass manche
Adoptivkinder bereits Trennungen erlebt haben und nur vorsichtig neue
Beziehungen aufbauen. In einer Familiensituation, in der bereits Kinder
leben, muss das Adoptivkind außer zu den Eltern auch noch zu Geschwistern
neue Beziehungen aufbauen. Das ist eine große Herausforderung und
kann für das Kind, aber auch für die gesamte Familie schwierig
werden.
Bei uns melden sich immer wieder Paare, die ein Kind annehmen möchten,
um ihrem Leben und ihrer Beziehung wieder einen Sinn zu geben. Dieser
Wunsch erfüllt sich oft nicht, denn durch die Aufnahme eines Adoptivkindes
entstehen völlig neue, bisher nicht erlebte Belastungen. Die Partner
und die Beziehung wird auf eine bisher nicht gekannte Weise gefordert.
Um diesen Belastungen gewachsen zu sein, bedarf es einer stabilen und
tragfähigen Beziehung. Eltern sollten das Kind um seiner selbst willen
aufnehmen.
Die Situation der leiblichen Eltern
Während Adoptiveltern für ihre Entscheidung, ein fremdes Kind
aufzunehmen, Anerkennung durch die Gesellschaft erfahren, werden die
leiblichen Eltern oft mit Unverständnis und Ablehnung konfrontiert.
Aus unserer langen Erfahrung und den vielen Gesprächen mit Eltern
wissen wir, dass sie sich oft in einer ausweglosen Situation befinden.
Sie treffen ihre Entscheidung nie leichtfertig. Ihre Entscheidung ist
begleitet von Zweifeln und inneren Kämpfen. Sie wird getragen von
dem Wunsch, ihrem Kind eine gute Perspektive zu verschaffen.
Wir wissen um die Schwierigkeit der Entscheidung, ein Kind zur Adoption
freizugeben. Wir erleben auch immer wieder, dass Mütter und Väter
auch nachdem sie ihre Entscheidung getroffen haben, keine Entlastung spüren.
Vielmehr tragen sie ein Leben lang daran. Deshalb unterstützen wir
die Eltern dabei, sich mit der Freigabe bewusst auseinander zu setzen.
Zu diesem Prozess gehört auch, sich darüber klar zu werden,
welche Vorstellungen sie über die Personen und die Lebensumstände
der Adoptiveltern haben. Diese Wünsche und Vorstellungen werden von
uns so gut es geht berücksichtigt und fließen in den Auswahlprozess
ein. Unsere Erfahrungen zeigen, dass ihnen die Entscheidung zur Adoption
leichter fällt, wenn wir sie bei der Auswahl der künftigen Eltern
einbeziehen oder ihnen einen Kontakt zu den Adoptiveltern vermitteln.
Auch Fotos, Briefe oder Berichte über die Entwicklung ihres Kindes
können eine Hilfe sein und zur positiven Entwicklung des Adoptionsprozesses
beitragen. Adoptionsbewerber sollten dies in ihre Überlegungen einbeziehen
und darüber nachdenken, in wie weit sie sich – auch im Interesse
der Kindes – darauf einlassen können.
Möchten Sie sich eingehender zum Thema Adoption informieren? Hier
finden Sie Informationsmaterial und Literaturempfehlungen.
WENN SIE FRAGEN ZUM THEMA ADOPTION ODER ZUM VERFAHREN HABEN, RUFEN
SIE UNS AN, WIR BEANTWORTEN IHRE FRAGEN, INFORMIEREN SIE ÜBER DAS
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